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Innendämmung: Was gilt es zu beachten & wann es sich lohnt

Damit es in der Wohnung oder im Haus vor allem im Winter schön warm ist, müssen die Wände gut gedämmt sein. Innenwanddämmungen sind für viele ein kritisches Thema, da sie viel Platz beanspruchen und sehr sorgfältig angebracht werden müssen. Trotzdem kann sich eine Dämmung der Innenwände auszahlen – in energetischer und finanzieller Hinsicht. Im folgenden Artikel erfahren Sie, wann sich eine Innenwanddämmung lohnt, was Sie unbedingt beachten müssen und mit welchen Kosten Sie rechnen können.

Innendämmung der Wand

Die Dämmung der Innenwand reduziert nicht nur den Heizenergie Verlust, sondern auch die Hellhörigkeit der Räume. © charlesdeluvio, unsplash.com

Wann ist eine Innenwanddämmung möglich?

Viele Gebäude besitzen eine Fassadendämmung und benötigen somit keine spezielle Dämmung an den Innenwänden. In manchen Fällen kann allerdings die Fassade nicht gedämmt werden und man muss zur Alternative greifen.

Denkmalgeschützte Fassaden dürfen oftmals nicht verändert oder bearbeitet werden, daher lohnt sich in einem Altbaugebäude eine Innenwanddämmung.

Auch bei Häusern, die sehr nah am Nachbargrundstück stehen, kann oftmals keine Fassadendämmung angebracht werden. Auch hier lohnt sich dann eine Dämmung der Innenwände.

Gebäude, die nicht dauerhaft genutzt werden (zum Beispiel Vereinsheime oder Ferienhäuser), sind für eine Innenwanddämmung sehr geeignet. Bei dieser Art der Dämmung heizen sich Räume schneller auf. Außerdem ist das Heizen energieeffizienter, da nicht die komplette Wand bis zur Außenfassade erwärmt werden muss.

Innendämmung als Kompromisslösung?

Das Verfahren der Innenraumdämmung stößt bei vielen Menschen auf Kritik. Es wird oft als Kompromisslösung oder „Plan B“ gesehen, da die Fassadendämmung die am weitesten verbreitete Dämmungsart ist. Außerdem ist eine Dämmung der Innenwand kein Kinderspiel und somit für Hobbyheimwerker nicht geeignet. Beim Arbeitsprozess der Innendämmung können schnell schwerwiegende Fehler passieren, die sich dann negativ auf das Gebäude auswirken.

Für geübte Heimwerker ist es dennoch möglich, die Wände von innen zu dämmen. Es bedarf einer sehr guten und sorgfältigen Planung. Zudem sollten Sie sich gut über die verschiedenen Dämmstoffe und Dämmsysteme informieren und die einzelnen Schritte mit Bedacht ausführen. Wir empfehlen außerdem, einen Energieberater oder Architekten in den Prozess mit einzubeziehen.

Vorteile einer Innenwanddämmung

Innenwanddämmungen bringen trotz aufwendiger Planung einige Vorteile mit sich:

  • Die Räume werden energieeffizient aufgeheizt – Sie sparen also Heizkosten und schonen die Umwelt.
  • Anders als bei einer Fassadendämmung kann die Innenraumdämmung Schritt für Schritt (sozusagen Raum für Raum) angebracht und somit zeitlich je nach Belieben aufgeteilt werden.
  • Für die Arbeit in den Räumen ist kein großes Gerüst nötig.
Innendämmung der Decke

Auch die Dämmung der Decke gehört zur Dämmung von Innenräumen © charlesdeluvio, unsplash.com

Risiken und Fehlervermeidung

Eine Innenraumdämmung ist kein Hexenwerk – und doch sollten Sie sich mit möglichen Risiken auseinandersetzen, um den Prozess des Dämmens einwandfrei ausführen und somit im Vorfeld Fehler vermeiden zu können. Wir haben Ihnen die Risiken und jeweiligen Lösungen zusammengefasst.

Raumverkleinerung

Bei einer Innenraumdämmung verkleinert sich der Wohnraum automatisch – das lässt sich auch schwer vermeiden. Bei einem 10-Quadratmeter-Raum geht ungefähr ein Quadratmeter verloren. Wer dies dennoch minimieren will, sollte zu dünneren Dämmplatten greifen. Diese sind aber meist teurer und dämmen nicht ganz so gut wie herkömmliche Platten. Prinzipiell sollten Sie darauf achten, dass die Schicht der Innendämmung maximal 8cm dick sein sollte.

Wärmeverlust

Installationen wie Steckdosen oder Wasseranschlüsse können einer Innenraumdämmung im Wege stehen und somit auch einen Wärmeverlust der Dämmung verursachen.

Zur Lösung dieses Problems gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • Einige Hersteller bieten Montagesysteme, Steckdosen, etc. speziell für Innendämmungen an.
  • Viele Kabel können zudem in den Fußleisten verlegt werden. Es wird eine zusätzliche Installationsebene in der Dämmung empfohlen.
  • Elektroquader sind im Fachhandel erhältlich und beugen einem Wärmeverlust vor.

Kälte-/Wärmebrücken

In Räumen können sich oftmals Kältebrücken bilden. Das bedeutet: Kalte Luft setzt sich zwischen Außen- und Innenwand oder an den Fenstern ab und breitet sich dann aus. Dadurch kann sich Feuchtigkeit bilden und Schimmel ausbreiten.

Damit ihre Räume trocken und schimmelfrei bleiben, sollten Sie darauf achten, dass die Wände, die Decke und auch die Fenster korrekt und ausreichend gedämmt sind. Hierfür eignen sich sogenannte Dämmkeile oder Dämmstreifen.

Kondenswasser

Auch Kondenswasser kann zu unangenehmer Feuchtigkeit und Schimmel zwischen der Außenwand und der Innendämmung führen. Die Innenraumdämmung grenzt die warme Luft von der Außenwand ab und ermöglicht dadurch, dass sich Kondenswasser an der Innenseite der Außenwand absetzen kann.

Als Lösung bietet sich hier eine Dampfbremsfolie an, die die Wasserbildung an der Wand verhindern kann. Zusätzlich ist es ratsam, Hohlräume zwischen der Innenraumdämmung und der Außenwand zu vermeiden.

Dämmstoffe- und Systeme

Für eine Innenwanddämmung gibt es verschiedene Materialien und Formen. Wir haben für Sie alles Wichtige in der folgenden Tabelle zusammengefasst.

MaterialArtDämmwirkung
ZelluloseFlocken oder PlatteSehr gut
MineralfaserPlattenSehr gut
KorkPlatte oder SchrotGut
VakuumdämmungPlatteHervorragend
SchaumglasPlatteSehr gut
HartschaumPlattenSehr gut
MineralwollePlattenHervorragend
Schafwolle / Hanf / FlachsMatte zwischen der UnterkonstruktionSehr gut
Dämmstoff Kork

Mit Kork lassen sich nicht nur Sekt oder Weinflaschen verschließen, Kork ist auch ein beliebter und vor allem natürlicher Dämmstoff © maja7777, pixabay.com

Kosten und Förderung

Für eine Innenraumdämmung kann kein einheitlicher Preis festgelegt werden. Die Kosten hängen von der Raumgröße, dem benötigten Material und der Art der Dämmstoffe ab.

Grundsätzlichen können Sie aber mit einem Quadratmeterpreis zwischen 40 und 150 Euro rechnen.

Die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) bietet für energieeffizientes Sanieren zwei Programme an, mit denen Sie ihr Projekt finanzieren können.

Der KfW 430 Zuschuss fördert 10% der Gesamtkosten.

Der KfW 152 Kredit beläuft sich auf bis zu 50.000 Euro mit 0,75% Zinsen.

Georg Leifwald

Autor: Georg Leifwald

Der freie Journalist hat eine besondere Leidenschaft für alle Themen rund um den Hausbau und schreibt regelmäßig für entscheider.com. Daneben berät er Kunden aus dem Handwerk. Zuhause fühlt er sich in Franken.

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