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Heizungsrohre selbst dämmen 5/5 (1)

Geht es um die Energieeffizienz von Gebäuden, denken viele zuerst an dicke Dämmung, hochwertige Fenster oder eine sparsame Heizung. Dabei können auch ungedämmte Heizungsrohre hohe Kosten verursachen. Wie Sie mit dem Dämmen der Heizungsrohre einfach Heizkosten sparen können, verraten wir im folgenden Beitrag.

Mit der Isolierung Ihrer Heizungsrohe können Sie mit vergleichsweise niedrigem Aufwand Energie sparen, insbesondere auch bei älteren und gängigen Heizungssystemen. Dieser Ratgeber erklärt Schritt für Schritt, wie Heizungsrohre isoliert werden und worauf besonders zu achten ist.

1. Wie dämme ich Heizungsrohre richtig?
2. Dämmung der Heizungsrohre: Materialien
3. Einfach und günstig Heizkosten einsparen
4. Folgen von ungedämmten Heizungsrohren

Wie dämme ich Heizungsrohre richtig?

Werden die Heizungsrohre in unbeheizten Bereichen gedämmt, können die Heizkosten jedes Jahr spürbar gesenkt werden. Mit Kosten von fünf bis zehn Euro je Meter lohnt sich das meist schon nach kurzer Zeit, und je weiter man in die Zukunft schaut, umso mehr Energie und Kosten können dabei gespart werden.

Mit Dämmschläuchen aus dem Baumarkt, die über die frei zugänglichen Rohre zu stülpen sind, kann die Maßnahme einfach selbst erledigt werden. Um die Wirksamkeit zu erhöhen, sollten die Stöße der Dämmelemente verklebt und auch die Armaturen mit entsprechenden Dämmschalen isoliert werden. In der Regel lohnt es sich auch, alte Gips-Ummantelungen an den Heizungsrohren zu entfernen und durch eine neue Isolierung zu ersetzen. In nur wenigen Schritten können Sie ganz einfach Ihre Rohre dämmen und wir zeigen Ihnen, wie Sie dies mit wenig Aufwand meistern können:

  • Zunächst einmal müssen Sie die richtigen Vorbereitungen treffen und in Erfahrung bringen, wie viele Meter Material Sie für Ihre Rohre benötigen und welchen Durchmesser diese haben. Hierbei müssen Sie auch auf die Abstände zwischen den Rohren achten, sodass ein leichtes Anbringen gewährleistet ist. Zum Abmessen der Länge und des Durchmessers eignet sich ein einfacher Zollstock.
  • Daraufhin sollten Sie den benötigten Materialbedarf notieren und können in jeglichem Baumarkt Ihrer Wahl Dämmmaterial erwerben. Welches Material Ihnen zur Verfügung steht, erklären wir im nächsten Absatz. Den Materialbedarf, den Sie ermittelt haben, können Sie gerne aufrunden, da Sie mit Ecken, Pumpen oder Ventilen rechnen können, für die Sie das Dämmmaterial speziell zuschneiden müssen.
  • Bevor Sie jedoch die Isolierung anbringen können, sollten Sie Ihr Heizungssystem abstellen und die Rohre abkühlen lassen, sodass Sie in einer angenehmen Atmosphäre arbeiten können. Außerdem beugen Sie damit dem Problem vor, dass sich der Kunststoff des Dämmmaterials ausdehnt und wieder zusammenzieht und danach nicht mehr passt.
  • Nachdem sich das System abgekühlt hat, können Sie die Dämmschläuche abmessen und z.B. mit einem Cuttermesser zurechtschneiden. Sinnvoll ist es hier, bei Biegungen „Dreiecke“ auszuschneiden, sodass sich der Schlauch leichter verbiegen lässt und trotzdem isoliert. Eine andere Möglichkeit ist, die Endstücke diagonal zuzuschneiden und aneinanderzustecken. Sie finden alternativ auch im Baumarkt T- und Eck-Verbindungsstücke.
  • Wenn Sie die Schläuche um die Rohre stülpen, achten Sie darauf, dass die Endstücke exakt aneinanderliegen, damit die optimale Dämmung gegeben ist. Falls Ventile vorhanden sind, können Sie hier einfach Rundungen einschneiden und Anschlussstellen verkleben. Verkleben können Sie die Verbindungsstücke mit einem Isolier- oder Gewebeband; dabei sollten Sie darauf achten, dass die Anschlussstellen wirklich dicht sind, sodass keine überschüssige Energie freigesetzt werden kann.
Dämmstoff für Heizungsrohre

Dämmstoff für Heizungsrohre.

 

Dämmung der Heizungsrohre: Materialien

Handelt es sich um die Dämmung der Heizungsrohre, stehen Ihnen im Baumarkt mehrere unterschiedliche Materialien zur Verfügung. Üblich sind zum Beispiel Dämmschläuche aus Kunststoff, Kautschuk oder Mineralwolle.

  • Die Rohrdämmung aus Kunststoff besteht aus geschlitzten Rohrhülsen, die in Meterstücken verkauft werden. Mit Kosten von 2 bis 5 Euro sind diese zwar sehr günstig, haben aber auch Nachteile. So ist die Kunststoffdämmung nicht hochtemperaturbeständig und nur an Verteilleitungen der Heizung zu installieren. Außerdem machen die unflexiblen Schläuche das Dämmen von verwinkelten Rohrnetzen schwer, was jedoch durchaus mit der richtigen Schnitttechnik trotzdem möglich ist.
  • Im Gegensatz zu Kunststoffelementen ist die Rohrdämmung aus Kautschuk biegsam und besonders gut für verzweigte Rohrnetze geeignet. Sie ist außerdem auch als hochtemperaturbeständige Dämmung erhältlich und kann somit sogar an Solarleitungen eingesetzt werden – Kunststoffdämmung würde hier über kurz oder lang einfach schmelzen. Ein Blick auf die Kosten zeigt: auch die geschlitzten Kautschukschläuche sind mit 3 bis 5 Euro besonders günstig.
  • Die Rohrdämmung aus Mineral- oder Steinwolle ist mit Preisen von 5 bis 10 Euro je Meter am teuersten. Sie wird in festen Rohrschalen verkauft, die ringsum zum Beispiel mit Aluminium beschichtet sind. Im Vergleich zu Kautschuk lassen sich die starren Elemente jedoch nur schwer an verzweigten Rohrnetzen anbringen.

Einfach und günstig Heizkosten einsparen

Wie hoch die möglichen Einsparungen sind, hängt in der Praxis von verschiedenen Faktoren ab. So lohnt sich die Dämmung der Heizungsrohre vor allem dann, wenn die Temperatur im Heizungsnetz hoch und die durchschnittliche Temperatur im Keller niedrig ist. Es lassen sich je Meter etwa 5 Euro einsparen. Bei einem Haus mit Verteilleitungen von 30 Metern sparen Sie also mehr als 150 Euro im Jahr. Bei Investitionskosten von 150 bis 300 Euro lohnt sich die Maßnahme also schon nach 1 bis 2 Jahren. Da die Dämmungen auch in jedem handelsüblichen Baumarkt günstig erworben und leicht angebracht werden können, haben Sie die Möglichkeit, mit einem geringen Aufwand sehr schnell Energie und Kosten zu sparen.

Heizkosten sparen mit Heizungsrohrdämmung

Die Dämmung der Heizungsrohre amortisiert sich schon nach wenigen Jahren.

Folgen von ungedämmten Heizungsrohren im Keller

Heizungsrohre und Armaturen haben die Aufgabe, die im Kessel erzeugte Wärme gleichmäßig im Haus zu verteilen. Damit die Wärme gleichmäßig verteilt werden kann, fließt Wasser durch die Rohre, welches schnell 60°C erreichen kann. Verlegt in unbeheizten Räumen wie zum Beispiel dem Keller wirken die Rohrleitungen dabei selbst als Heizflächen. Über die standardisierten Rohrwände gerät die Wärme schnell nach außen und Sie heizen so ungewollt Räume mit, die nicht beheizt werden müssen.

Auf jedem Meter können so über 100 Kilowattstunden im Jahr verloren gehen. Das entspricht einem Heizöl-Verbrauch von etwa 10 Litern.

Die Wärmeverluste ungedämmter Warmwasser- und Heizungsrohrleitungen zu reduzieren ist daher eine energieeffiziente Maßnahme, um nicht unnötig Rohstoffe zu verbrauchen. So wurde die Maßnahme auch in der aktuell gültigen Energieeinsparverordnung (EnEV) als Nachrüstpflicht eingeführt. Davon ausgenommen sind nur Besitzer von Gebäuden mit bis zu zwei Wohnungen, die diese bereits vor dem 01.02.2002 selbst bewohnt haben. Die Pflicht zur Dämmung von Rohrleitungen in unbeheizten Räumen ist dabei erst nach einem Eigentümerwechsel zu erfüllen.

Folgende Dämmstärken werden in der Energieeinsparverordnung vorgeschrieben:

  • Rohre bis zu einem Innendurchmesser von 22 mm sind mit mindestens 20 mm der Wärmeleitgruppe 035 zu isolieren.
  • Rohre mit einem Innendurchmesser von mehr als 22 mm bis 35 mm sind mit mindestens 30 mm der Wärmeleitgruppe 035 zu isolieren.
  • Rohre mit einem Innendurchmesser von mehr als 35 mm bis 100 mm sind mit mindestens 100 mm der Wärmeleitgruppe 035 zu isolieren.

 


Autor: Alexander Rosenkranz

Alexander Rosenkranz ist Dipl.-Ing. für Versorgungs- und Umwelttechnik. Er arbeitete in planenden und ausführenden Betrieben, bevor er an der Gründung einer Online-Sanierungsplattform beteiligt war. Heute berät der freie Redakteur Verbraucher zu Themen rund um das Bauen und Sanieren.


 

Bildquellen: Quelle:

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