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Heizkosten berechnen: Schritt-für-Schritt-Anleitung 4.5/5 (2)

Zahlst du zu viel für deine Heizung? Kilowattstunden, Energieverbrauch, Brennstoffpreise: Wenn du deine Heizkosten berechnen willst, kann der Überblick schnell verloren gehen. Wir geben eine Schritt-für-Schritt-Anleitung und liefern dir Durchschnittswerte zum Vergleich.

  1. Schritt 1: Berechnungsgrundlage – Der jährliche Verbrauch
  2. Schritt 2: Der Brennstoffpreis deiner Heizungsanlage
  3. Schritt 3: Weitere Kosten – die jährliche Wartung

Schritt 1: Berechnungsgrundlage – Der jährliche Verbrauch

Wenn du deine Heizkosten berechnen willst, ist der jährliche Wärme- und Warmwasserbedarf in Kilowattstunden (kWh) die Grundlage für jede Kalkulation. Teile diesen Wert durch die beheizte Wohnfläche des Gebäudes in Quadratmeter (qm). Wenn du über eine Erdgas-, Öl-, oder Fernwärmeheizung verfügst, kannst du das Ergebnis mit den Werten der folgenden Tabelle vergleichen, um einen ersten Anhaltspunkt zu erhalten, wie hoch dein Verbrauch ist.

Tabelle: Jährlicher Verbrauch in Kilowattstunden je Quadratmeter

Tabelle zu: Heizkosten berechnen, jährlicher Verbrauch

Einschätzung des jährlichen Verbrauchs in Kilowattstunden pro Quadratmeter. Wie hoch ist dein Verbrauch? Quelle: Heizspiegel für Deutschland 2016

Beispielrechnung für ein typisches Einfamilienhaus

Größe des Hauses 140 qm
Heizungsart Öl ohne Brennwerttechnik
Gesamter jährlicher Energieverbrauch 20.000 kWh
Jahresverbrauch pro Quadratmeter 145,86 kWh

Der Abgleich mit der obigen Tabelle zeigt: Das Haus liegt noch im durchschnittlichen Bereich, der Verbrauch könnte aber auch besser sein.

Im „grünen Bereich“ liegen üblicherweise Passivhäuser (rund 15 kWh pro qm) und energieffiziente Neubauten ab 2002 (rund 60 kWh pro qm), die den strengen Anforderungen des KfW-Effizienzhauses genügen. Diese Kategorie wird nur in etwa jedem zehnten Gebäude erreicht.

Altbauten aus den Jahren zwischen 1977 und 2002 weisen einen Verbrauch von etwa 100–150 kWh pro qm auf und liegen damit meist im Durchschnitt. Bei Gebäuden mit Baujahr 1977 und früher kalkuliert man in der Regel mit einem Verbrauch von 200 kWh pro qm und aufwärts. Besonders hier besteht zumeist akuter Handlungsbedarf in Sachen Heizungsmodernisierung.

Schritt 2: Der Brennstoffpreis deiner Heizungsanlage

Der nächste Schritt, wenn du deine Heizkosten berechnen möchtest, besteht aus der Kalkulation des jährlichen Brennstoffpreises. Multipliziere dazu deinen Gesamtverbrauch in kWh mit dem Betrag aus der Preisübersicht entsprechend deines verwendeten Energieträgers. Beachte dabei, dass diese Beiträge teilweise starken Schwankungen unterliegen und diese Werte nur eine Momentaufnahme abbilden.

Übersicht zu durchschnittlichen Brennstoffpreisen

Brennstoff/Heiztechnik Preis pro kWh in Cent
Heizöl 5,2, bis zu 25% mehr bei einer alten Ölheizung ohne Brennwerttechnik
Erdgas 6,87, bis zu 25% mehr bei einer alten Erdgasheizung ohne Brennwerttechnik
Flüssiggas 6,96
Pellets 4,83
Hackschnitzel 3,1
Wärmepumpe 6,0
Scheitholz 5,8
Blockheizkraftwerk 9,0
Elektroheizung 29,13
Fernwärme 9,6

Das Ergebnis beschreibt die jährlichen Gesamtkosten für den Energieträger deiner Heizung in Cent; teile den Wert anschließend durch 100, um den Euro-Betrag zu erhalten.

Wenn du über ein Erdgas-, Heizöl-, oder Fernwärmesystem verfügst, kannst du die folgende Tabelle für einen Vergleich benutzen. Teile dazu die jährlichen Gesamtkosten des Brennstoffs durch die Nutzfläche in qm. Anschließend kannst du mithilfe der Tabelle abschätzen, ob du zu viel für deinen Brennstoff bezahlst.

Tabelle: Heizkosten pro Quadratmeter in Euro

Tabelle: Heizkosten pro Quadratmeter für Erdgas, Öl und Fernwärme

Heizkosten pro Quadratmeter für Erdgas, Öl und Fernwärme. Quelle: Heizspiegel für Deutschland 2016

Beispielrechnung für ein typisches Einfamilienhaus

Gesamter jährlicher Energieverbrauch 20.000 kWh
Heizungsart Öl ohne Brennwerttechnik (+ 25% Energiekosten)
Preis für Heizöl pro kWh 6,5 Cent (5,2 Cent + 25%)
Jährliche Brennstoffkosten insgesamt 1.300 Euro
Jährliche Brennstoffkosten pro qm 9,29 Euro

Der Blick auf die Tabelle zeigt: Die bezahlten Brennstoffkosten liegen im unteren Durchschnitt, es ließe sich aber noch Geld einsparen. Eine neue Öl-Heizung mit Brennwerttechnik würde die Kosten für den Energieträger schon um 25 % auf 1.040 € jährlich senken.

Die Entwicklung des Brennstoffpreises

Wenn du deine Heizkosten nicht nur für ein Jahr, sondern langfristig kalkulieren willst, solltest du unbedingt die Entwicklung der Brennstoffpreise berücksichtigen. So befindet sich beispielsweise der Heizöl-Preis gerade auf einem Tiefpunkt. Die genauen Preissteigerungen in den nächsten Jahren sind natürlich nicht exakt vorhersehbar. Daher sind die Werte in der folgenden Tabelle als Schätzungen zu verstehen, die dir Anhaltspunkte für einen groben Überschlag geben.

Multipliziere dazu die Steigerungsrate deines verwendeten Energieträgers mit den vorher berechneten jährlichen Brennstoffkosten. Daraus ergeben sich die voraussichtlichen Ausgaben für das nächste Jahr. Willst du nun für die folgenden Jahre die Heizkosten berechnen, multipliziere das Ergebnis für jedes Jahr wieder mit der Steigerungsrate deines Energieträgers. So behältst du langfristig den Überblick über deine Ausgaben für den Brennstoff.

Das folgende Diagramm liefert dir eine Übersicht zur Entwicklung der Preise pro kWh verschiedener Energieträger. Für eine exakte Kalkulation wende dich an Fachbetriebe. Über entscheider.com kannst du dir dafür kostenlos auf dich zugeschnittene Angebote einholen.

Grafik: Entwicklung der Brennstoffpreise

Geschätzte Entwicklung der Brennstoffpreise bis 2030

Geschätzte Entwicklung der Brennstoffpreise bis 2030. Quelle: Studie „Umweltwirkung von Heizungssystemen in Deutschland“

Schritt 3: Weitere Kosten – die jährliche Wartung

Neben den jährlichen Ausgaben für den Energieträger fallen noch weitere Kosten an. Diese dürfen keinesfalls vernachlässigt werden, wenn du deine Heizkosten berechnest. Üblicherweise verschlingt jede Heiztechnik einen gewissen Betrag für die jährliche Wartung.

Hierbei solltest du nicht an der falschen Stelle sparen: Die regelmäßige Überprüfung deiner Heizanlage garantiert die Funktion des Systems und verhindert unschöne Überraschungen. Denn jährliche Wartungskosten lassen sich in einer Kalkulation berücksichtigen, eine akut anfallende Reparaturmaßnahme nicht.

Die folgende Tabelle liefert dir eine Übersicht der Durchschnittskosten für die jährliche Wartung verschiedener Heiztechniken.

Tabelle: Jährliche Wartungskosten verschiedener Heiztechniken

Brennstoff/Heiztechnik Jährliche Wartungskosten in €
Heizöl 100–250 Euro
Erdgas 100–200 Euro
Flüssiggas 190–400 Euro
Pellets 250–300 Euro
Hackschnitzel 250–300 Euro
Wärmepumpe 50 Euro
Scheitholz 200–350 Euro
Blockheizkraftwerk 350–1.000 Euro
Elektroheizung 0 Euro
Fernwärme Üblicherweise im Grundpreis inbegriffen

Bitte beachte, dass diese Preise lediglich Anhaltspunkte darstellen, wenn du deine Heizkosten berechnen willst. Die tatsächlichen Kosten können von den genannten Beträgen abweichen. Zudem können insbesondere bei älteren Heizsystemen unerwartete hohe Reparaturkosten entstehen.

Generell gilt: Durch den geringen Verbrauch einer neuen, modernisierten Heizung lassen sich die jährlichen Kosten enorm reduzieren. Beachte auch, dass durch einen rein finanziellen Blick auf die Rentabilität einer Heizung oftmals der Umweltschutz unter den Tisch fällt. Ein Verbleib beim alten System mag zwar in manchem Fall zunächst attraktiv wirken. Angesichts der geringen laufenden Kosten und der Umweltfreundlichkeit neuer Heizanlagen lohnt sich jedoch ein neues System, wenn du langfristig denkst.

Erfahre mehr:

» Überblick zu Kosten und Umweltfreundlichkeit neuer Heizungen

» Heizungshersteller mit ihren individuellen Stärken

» Staatliche Förderung für die neue Heizung


Autorin: Sarah Weinberg

Sarah Weinberg ist Journalismus-Studentin und unterstützt mit ihrem großen Interesse an Handwerk, Einrichten und Wohnen entscheider.com in den Bereichen Content Marketing und Social Media. Vor einigen Jahren gründete sie den Musikblog „Old Vinyl“; in ihrer Freizeit ist sie als selbstständige Fotografin meistens bei Konzerten.


Bildquellen:

© Michael Shannon, unsplash.com

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