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Die Brennwertheizung: Funktion, Kosten und Fördermittel 4.75/5 (4)

Die Brennwertheizung ist modern und energiesparend. Sie nutzt die eingesetzten Brennstoffe nahezu komplett und lässt sich durch ihre kompakte Bauform fast überall installieren. Ob ein Öl- oder Gas-Brennwertkessel auch für dich die richtige Lösung ist, erklären wir in den folgenden Abschnitten.

  1. Der Brennwert: Grundlage der Brennwertheizung
  2. Brennwertkessel mit Öl, Gas und Flüssiggas
  3. Wechsel von Öl auf Gas
  4. Brennwerttherme mit Solarthermie kombinieren
  5. Kosten der Brennwertheizung
  6. Verbrauchskosten im Vergleich zur alten Heizung
  7. Fördermöglichkeiten für Öl- und Gas-Brennwertkessel
  8. Die richtige Größe für Gas- und Öl-Brennwertkessel
  9. Vor- und Nachteile der Brennwertheizung

Der Brennwert: Grundlage der Brennwertheizung

Wenn du dich für einen neuen Öl- oder Gas-Brennwertkessel entscheidest, heizt du in Zukunft mit mehr Effizienz. Denn durch den Brennwert-Effekt verwendet die moderne Brennwert-Technik fast die gesamte Energie der eingesetzten Brennstoffe für Raumwärme und warmes Wasser.

Der Brennwert-Effekt gewinnt verborgene Wärme

Dazu nutzen moderne Geräte den Brennwert-Effekt. Sie kühlen die heißen Verbrennungsabgase und gewinnen zusätzliche Energie. Diese entsteht, wenn das enthaltene Wasser kondensiert, und sorgt für einen sinkenden Verbrauch. Neben den Heizkosten sinken auf diese Weise auch die CO2-Emissionen.

Grafik: Funktion der Brennwerttechnik

Skizze: Funktion einer Brennwertheizung

Skizze: Funktion einer Brennwertheizung.

Heizwert und Brennwert im Vergleich

Der Brennwert beschreibt die Energiemenge, die ein Stoff bei seiner Verbrennung freisetzt, während auch der enthaltene Wasserdampf kondensiert. Er wird in Kilowattstunden je Volumen oder Masse angegeben und ist höher als der Heizwert. Denn der beschreibt die Energie, die ein Stoff bei seiner Verbrennung freisetzt, wenn das im Abgas vorhandene Wasser nicht ausfällt.

Expertentipp: Ist die alte Anlage für den Brennwert geeignet?

Damit die Brennwertheizung effizient arbeitet, bestehen auch an die übrige Anlage einige Voraussetzungen. So muss die Rücklauftemperatur dauerhaft unter 50 bis 55 Grad Celsius liegen, damit der Wasserdampf im Abgas kondensieren kann. Möglich wird das durch groß dimensionierte Heizflächen. Ein hydraulischer Abgleich hilft zusätzlich, die Systemtemperaturen abzusenken, und spart außerdem Heizkosten.

Die Wahl des Brennstoffs: Brennwertkessel mit Öl, Gas und Flüssiggas

Egal ob an der Wand oder am Boden – Brennwertgeräte arbeiten mit verschiedenen Brennstoffen. Möglich sind Heizöl, Gas oder Flüssiggas.

Öl-Brennwertkessel für den Heizungstausch

Heizöl besteht zu einem großen Teil aus fossilen Rohstoffen. Da diese endlich sind, werden die Kosten mittelfristig steigen. Geht es um die Qualität, stellen zahlreiche Richtlinien höchste Anforderungen. So sorgt Heizöl heute für niedrige Emissionen, einen geringen Verbrauch und einen wartungsarmen Betrieb.

Ein Öl-Brennwertkessel eignet sich vor allem dann, wenn du den Austausch einer Ölheizung planst. Denn dabei lässt sich die vorhandene Tankanlage weiter nutzen und die Kosten der Sanierung sinken.

Gas-Brennwertkessel sind platzsparend

Gas lässt sich aus fossilen Rohstoffen, aus biologischen Abfällen oder sogar aus überschüssigem Strom erneuerbarer Energieanlagen herstellen. Der Brennstoff ist daher noch für lange Zeit verfügbar und aus heutiger Sicht mit relativ konstanten Preisen erhältlich.

Vor allem für die Brennwertheizung hat der Rohstoff einen großen Vorteil: Er verbraucht nur wenig Platz. Gas-Brennwertkessel eignen sich für fast alle Gebäude und kommen bei Neubau und Sanierung auch mit geringen Platzverhältnissen zurecht.

Flüssiggas als Alternative zum Gasanschluss

Flüssiggas besteht überwiegend aus Butan oder Propan. Die fossilen Rohstoffe sind ein Nebenprodukt der Rohölförderung und lassen sich bereits bei geringem Druck in flüssiger Form transportieren und lagern.

Eine Brennwertheizung mit Flüssiggas eignet sich, wenn ein Anschluss an die öffentliche Gasversorgung nicht möglich oder zu teuer ist.

Lohnt sich der Wechsel von Öl auf Gas?

Zahlreiche Befragungen zeigen, dass immer mehr Hausbesitzer von Öl zu Gas wechseln. Gründe dafür sind die hohen Preisschwankungen sowie die schlechten Zukunftsaussichten des fossilen Rohstoffs. So vermuten Experten, dass Heizöl in den kommenden 20 Jahren immer mehr an Bedeutung verliert.

Verbrauch einer Brennwertheizung anhand eines Zählers

Durch einen Nutzungsgrad von über 100 Prozent garantiert die Brennwertheizung einen niedrigen Verbrauch.

Gas lässt sich bereits heute aus erneuerbaren Quellen herstellen. Damit wird es in Zukunft nicht nur verfügbar, sondern auch bezahlbar bleiben. Auch wenn eine langfristige Vorhersage dem Blick in die Glaskugel gleicht, sprechen diese Argumente dafür, dass sich der Wechsel lohnt.

INFO: Brennwerttherme mit Solarthermie kombinieren

Willst du deine Heizkosten weiter senken? Dann lohnt es sich, die Brennwerttherme mit einer Solarthermieanlage zu ergänzen. Diese gewinnt kostenfreie Wärme aus der solaren Strahlung und unterstützt die Warmwasserbereitung oder die Heizung. Die Brennwertheizung steht dabei über weite Teile des Jahres still und verbraucht weniger Öl oder Gas.

Die Kosten einer Brennwertheizung

Die Kosten für eine neue Brennwertheizung können sich je nach Brennstoff unterscheiden. So kostet eine platzsparende Gastherme rund 2.000 bis 3.000 Euro. Öl-Brennwertkessel gibt es hingegen für 4.000 bis 5.000 Euro. Hinzu kommen noch einmal rund 1.000 bis 1.500 Euro für einen Trinkwasserspeicher zur Warmwasserbereitung.

Schornsteinsanierung bei dem Heizungstausch

Da auch im Schornstein Wasser anfallen kann, müssen alte Systeme oft saniert werden. Zum Einsatz kommen dabei Edelstahl- oder Kunststoffsysteme, die sich häufig in die vorhandenen Abgaswege einschieben lassen. Die Kosten belaufen sich im Einfamilienhaus auf rund 2.000 bis 3.000 Euro.

Lagerung und Erschließung der Brennstoffe

Geht es um einen Neubau mit Brennwertheizung oder zum Beispiel einen Wechsel von Öl zu Gas, entstehen zusätzliche Kosten für die Brennstofflagerung. Unabhängig davon, ob ein neuer Öltank, ein Gasanschluss oder ein Flüssiggastank nötig ist, kannst du dabei mit Kosten von 1.500 bis 2.500 Euro rechnen.

Gesamtkosten einer neuen Brennwertheizung

Bauteil/Komponente Kosten
Gas-Brennwertkessel oder Therme 2.000 bis 3.000 Euro
Öl-Brennwertkessel oder Therme 4.000 bis 5.000 Euro
Trinkwasserspeicher 1.000 bis 1.500 Euro
Schornsteinsanierung mit Edelstahl 2.000 bis 3.000 Euro
Gas-Anschluss 1.500 bis 2.500 Euro
Flüssiggastank 1.500 bis 2.500 Euro
Heizöl-Tank 1.500 bis 2.500 Euro
Gesamtkosten
Gas-Brennwertkessel 6.500 bis 10.000 Euro
Öl-Brennwertkessel mit Öltank 8.500 bis 12.000 Euro

Verbrauchskosten im Vergleich zur alten Heizung

Eine neue Brennwertheizung sorgt durch die Nutzung des Brennwert-Effekts für hohe Einsparungen: Der Nutzungsgrad des Brennstoffs ist deutlich höher als bei älteren Kesseln. So kann sie die Heizkosten eines alten Standardkessels um rund 20 bis 25 Prozent senken. Zahlst du also vor der Sanierung beispielsweise 3.000 Euro für die Heizung, sinken die Ausgaben danach jährlich um rund 650 Euro. Durch die Einsparungen lohnt sich die neue Brennwertheizung meist schon nach weniger als 10 Jahren.

Mit rund 10 Prozent fallen die Einsparungen bei dem Ersatz einer Niedertemperaturheizung etwas geringer aus. Grund dafür ist, dass diese durch einen modulierenden Betrieb bereits effizient arbeitet und bezogen auf den Heizwert einen Wirkungsgrad von 90 bis 93 Prozent erreicht.

Grafik: Kauf eines Brennwertkessels: Kosten und Ersparnis

Grafik zur Amortisation einer Brennwertheizung

Energieverbrauch und Einsparungen einer Brennwertheizung im Vergleich mit älteren Heizungsarten.

Woher erkenne ich, welche Heizung installiert ist?

Die besonders ineffizienten Standard- oder Konstanttemperaturkessel wurden in Deutschland bis zur Mitte der 80er Jahre installiert. Sie arbeiten immer bei gleicher Leistung, egal wie viel Wärme das Haus gerade benötigt. Infolgedessen schalten sie sich oft ein und aus und verbrauchen viel Energie. Erkennbar sind die Kessel zum Beispiel an der immer gleich hohen Vorlauftemperatur von 70 bis 90 Grad Celsius.

Niedertemperaturkessel passen ihre Leistung an die Wärmeanforderung des Gebäudes an. Sie arbeiten mit variabler Vorlauftemperatur und sind zum Beispiel am metallischen Abgasrohr und am Außentemperatursensor zu erkennen. Im Gegensatz zur Brennwertheizung haben sie jedoch keinen Anschluss an das Abwassernetz.

Fördermöglichkeiten für Öl- und Gas-Brennwertkessel

Wenn du eine Sanierung planst, profitierst du aktuell noch von hohen Fördermitteln für den Einbau von Öl- und Gas-Brennwertkesseln. So gibt es über das KfW-Programm 430 „Energieeffizient Sanieren – Investitionszuschuss“ einen Zuschuss in Höhe von 10 Prozent der förderfähigen Kosten.

Damit du diese bekommst, musst du die Mittel noch vor dem Beginn der Bauarbeiten mit einem Energieberater beantragen. Darüber hinaus gilt, dass:

  • der Brennwertbetrieb dauerhaft möglich sein muss,
  • alle Pumpen Hocheffizienzpumpen sein müssen,
  • mit dem Heizungstausch auch ein hydraulischer Abgleich durchzuführen ist.

Noch einmal 500 Euro gibt es, wenn du auch eine Solarthermieanlage installierst. Der Zuschuss ist zusammen mit den Fördermitteln der Solaranlage bis zu neun Monate nach Inbetriebnahme der Anlage bei dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zu beantragen.

Zusätzlicher Bonus für Öl-Brennwertkessel

Entscheidest du dich für die Installation eines neuen Öl-Brennwertkessels, profitierst du neben der KfW– und BAFA-Förderung auch von einem Bonus der Aktion „Deutschland macht Plus“. Denn über diese bekommst du noch einmal 250 Euro für die neue Anlage, wenn:

  • der Kesselhersteller an der Aktion teilnimmt,
  • du einmal mindestens 1.500 Liter Heizöl von einem Aktionspartner tankst.

INFO: Die richtige Größe für Gas und Öl-Brennwertkessel

Damit die neue Brennwertheizung energiesparend läuft, muss sie auch zum Haus passen. Die richtige Größe ermitteln Planer und Handwerker dabei mit einer Heizlastberechnung. Etwas einfacher funktioniert das auch mit überschlägigen Werten. Diese richten sich nach dem Baujahr des Gebäudes und geben an, wie hoch die Kesselleistung sein sollte. Rechnen kannst du dabei mit:

  • 170 bis 150 W/m², wenn das Haus vor 1970 errichtet wurde
  • 150 bis 100 W/m², wenn das Haus zwischen 1970 und 1980 erbaut wurde
  • 100 bis 75 W/m², wenn das Haus zwischen 1980 und 1990 erbaut wurde
  • 75 bis 50 W/m², wenn das Haus zwischen 1990 und 2000 erbaut wurde
  • 50 bis 15 W/m², wenn das Haus nach 2000 erbaut wurde

Wichtig: Durch zwischenzeitliche Sanierungsarbeiten kann der spezifische Wärmebedarf sinken. Außerdem ist unter Umständen eine höhere Leistung nötig, wenn die Heizung Warmwasser im Durchlaufprinzip, also ohne zusätzlichen Speicher, bereiten soll.

» Erfahre in unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie du deine Heizkosten berechnen kannst!

Vor- und Nachteile der Brennwertheizung

Die Brennwertheizung ist vergleichsweise günstig und kompakt. Sie senkt die Heizkosten und arbeitet mit vielen verschiedenen Brennstoffen. Sie ist jedoch in vielen Fällen auf fossile Energieträger angewiesen. Die folgende Tabelle zeigt die Vor- und Nachteile im Überblick.

Vorteile der Brennwertheizung Nachteile der Brennwertheizung
Niedrige Anschaffungskosten Heizung überwiegend fossil betrieben
Platzsparende Technik Gasanschluss, Flüssiggastank oder Heizöltank wird benötigt
Hoher Wirkungsgrad durch Brennwert-Effekt Brennstoffkosten sind nicht vorhersehbar
Nachhaltiger Betrieb durch Bio-Gas, EE-Gas oder Solarthermie

Bist du interessiert an einer Gasheizung, Ölheizung oder Flüssiggasheizung mit Brennwerttechnik? Vergleiche mehrere Angebote von Fachbetrieben aus deiner Region für deine neue Heizung!


Autorin: Sarah Weinberg

Sarah Weinberg ist Journalismus-Studentin und unterstützt mit ihrem großen Interesse an Handwerk, Einrichten und Wohnen entscheider.com in den Bereichen Content Marketing und Social Media. Vor einigen Jahren gründete sie den Musikblog „Old Vinyl“; in ihrer Freizeit ist sie als selbstständige Fotografin meistens bei Konzerten.


Bildquellen:

© Maksym Yemelyanov, fotolia.com

© eigene Darstellung

© co2online.de

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